20.5.2012 : 4:01 : +0200

Schlussgedanken zu T.G. Masaryk

Die Gestalt Masaryks fasziniert auch heute noch. Seine Gedanken des friedlichen Zusammenlebens sind aktueller denn je. Das Haus Europa wird gebaut und wer Masaryks Denken versteht, wird die Baupläne dieses Hauses besser verstehen lernen und kann sich besser einbringen. Masaryk wollte eigentlich kein „großer Staatsmann“ sein, aber durch seine Auffassung, Politik als Dienst an individueller und gemeinschaftlicher Wahrhaftigkeit zu verstehen, wurde er es umso mehr.

Er wollte die Völker im Donauraum nicht abtrennen und isolieren sondern setzte stets auf Gemeinsamkeit und Zusammenarbeit. Aber zunächst war er mitverantwortlich für die Zerschlagung des Habsburger Reiches. Dies wird ihm heute noch, vor allem in Österreich, vorgeworfen. Natürlich ist das nicht von der Hand zu weisen aber man muß sich Fragen, wie sich seine Einflußnahme auswirkte. Masaryk hatte so lange wie möglich versucht, vergleichbar mit Gandhi in Indien, über Partnerschaft, freundschaftliches Zusammenleben und Reformen an sein Ziel, die Gründung eines unabhängigen tschechischen Staates, zu gelangen. Er wandte sich immer gegen übersteigerten tschechischen Nationalismus, Isolationismus und auch Provinzialismus.

Masaryk war nicht der Zerstörer Österreichs, sonder lediglich ein Katalysator des Zerfalls. Sein Verdienst ist es, daß die Grundlage des neuen tschechoslowakischen Staates nicht eine nationalistische slawische oder antideutsche wurde, sondern Humanität und Annäherung zwischen Osten und Westen. Die Idee der Demokratisierung und Föderalisierung des alten österreichischen Staates trieb Masaryk allezeit vorwärts und die Erfahrungen dieser beeindruckenden Persönlichkeit sollten bei der Umsetzung der europäischen Idee nicht ungenutzt bleiben